Ausschnitt von Baumkronen eines Waldes
Ausschnitt von Baumkronen eines Waldes

Der Ackermann-Firmenwald in Togo

Verantwortung, die Wurzeln schlägt


Nachhaltigkeit ist für den Ackermann Kunstverlag seit vielen Jahren eine Herzensangelegenheit. Seit über zehn Jahren produzieren wir unsere Kalender ausschließlich auf FSC®-zertifiziertem Papier aus verantwortungsvollen Quellen. Doch wir möchten über den Papiereinkauf hinaus einen aktiven Beitrag leisten. Deshalb unterstützen wir seit 2020 als Partner das PROJECT TOGO des Klimaschutzspezialisten natureOffice.

Ein Wald, der durch unsere Kunden wächst

Die Idee: Für jeden Baum, den wir rechnerisch für unsere Kalenderproduktion benötigen, finanzieren wir die Pflanzung und Pflege eines neuen Baumes in Togo. Durch dieses Engagement ist über die Jahre eine spezifische Teilfläche entstanden – der Ackermann-Firmenwald.

6

Jahre

8

Hektar

10.245

Bäume

Was als Vision begann, ist inzwischen (Stand 2025) auf eine Fläche von rund 8 Hektar in den Gemeinden Adamé und Sokporkopé angewachsen. Mittlerweile stehen dort 10.245 Bäume, die durch die Unterstützung von Ackermann gepflanzt werden konnten. Allein im Jahr 2025 kamen 1.800 neue Setzlinge hinzu.

Vielfalt statt Monokultur

In der Baumschule in Aboudjokopé wird gezielt eine große Vielfalt unterschiedlicher Baumarten gezogen. Auf den Ackermann-Flächen kommen sowohl langsam wachsende lokale Arten wie das Afrikanische Mahagoni (Khaya senegalensis) als auch schnell wachsende Arten wie Gmelina arborea und Senna siamea zum Einsatz. Diese Mischung stärkt die Stabilität des Waldes, denn Vielfalt ist der Schlüssel für ein widerstandsfähiges Ökosystem.

Übrigens: Ein einheimischer Baum macht noch keine Fichte. Weil das Stammvolumen unterschiedlich ist, rechnen wir genau um und pflanzen nicht rein nach Anzahl, sondern nach verbrauchtem Holzvolumen*.

Youtube-Video Ackermann Firmenwald
Gruppenbild mit Mitarbeitenden und Ackermann-Schild
Die neuen Setzlinge stehen bereit

Handarbeit statt automatisierter Aufforstung

Waldaufbau in Westafrika ist eine Herausforderung, die weit über das bloße Einsetzen eines Setzlings hinausgeht. Wir unterstützen mit unseren Mitteln die aufwendige Pflege durch das Team von natureOffice vor Ort. Die Setzlinge werden während der Regenzeit (April bis Juni und September bis November) in vorbereitete Erdlöcher gepflanzt, um die Wasserversorgung zu sichern.

Von August bis Oktober werden die Jungbäume mühsam von Hand von Elefantengras und Unkraut befreit, damit sie Raum und Licht für Wachstum haben. Ab November sichern Brandschutzkorridore und Waldwachen das Projekt gegen Buschfeuer in der Trockenzeit.

Fünf Mitarbeitende begutachten die Setzlinge für den Ackermann-Wald
Mitarbeiter prüft die neuen Setzlinge
Das Ackermann-Schild wird aufgestellt

Sozialer Mehrwert für die Region

Aufforstung funktioniert nur, wenn sie die Menschen vor Ort einbezieht. PROJECT TOGO adressiert 12 der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs), um ökologische und soziale Strukturen gleichzeitig zu stabilisieren. Durch unsere Beteiligung an PROJECT TOGO tragen wir dazu bei, dass in der Region Adamé und Sokporkopé Perspektiven entstehen.

Im Jahr 2025 haben rund 40 Menschen direkt im Rahmen der für Ackermann relevanten Flächen gearbeitet. Dieses Zusatzeinkommen fließt in die lokale Gemeinschaft – für Schulgebühren, medizinische Versorgung und soziale Sicherheit. Darüber hinaus profitiert die Bevölkerung von den begleitenden Maßnahmen des Gesamtprojekts wie dem Zugang zu sauberem Trinkwasser aus Brunnen oder rauchfreien Öfen.

Lernende Kinder in einem Klassenzimmer
Gut gelaunte Kinder lächeln in die Kamera
Bienenstöcke aus Holz warten auf ihre Aufstellung

Projektleiter Tobias Liemersdorf im Interview

Sie sagen, Sie würden sich freuen, wenn in den nächsten Jahren noch mehr Bäume gepflanzt werden. Welche Vorteile hätte das konkret für diese Region, welche Ziele und Pläne haben Sie für den Wald und die Bevölkerung?

„Wir freuen uns, wenn in den nächsten Jahren noch mehr Bäume gepflanzt werden können.“ Das sind natürlich auch unsere Worte, aber vor allem sind es die Worte der Menschen aus Sokporkopé und Adamé.
In Sokporkopé ist das Projekt komplett aus dem Dorf heraus entstanden. Die Menschen sind auf uns zugekommen und haben gesagt: „Wir haben leere Flächen rund um unser Dorf und möchten daraus wieder einen geschlossenen Wald machen. Könnt ihr uns dabei helfen?“

Wir haben „Ja“ gesagt, und gemeinsam mit der Unterstützung von Ackermann ist daraus der Ackermann-Kundenwald entstanden.

Für uns ist das Entscheidende: Die Menschen vor Ort stehen geschlossen hinter der Idee, diesen Wald aufzubauen. Wenn sie den Wald in der Trockenzeit aktiv vor Feuern schützen und gleichzeitig verstehen, dass nachhaltige Nutzung auch bedeutet, bei der Entnahme einzelner Bäume eigenständig mehrere neue Bäume nachzupflanzen und diese langfristig zu pflegen, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Natürlich ist es noch ein Weg, bis wir sagen können, dass alles so ist, wie wir es uns langfristig vorstellen. Aber die Motivation und das Engagement in den Dörfern geben uns große Zuversicht, dass wir diesen Weg gemeinsam erfolgreich gehen werden.

Der Wald hat für die Menschen in Sokporkopé eine ganz besondere Bedeutung. Er umgibt das Dorf wie ein schützender Ring. Früher war das in vielen Regionen Togos selbstverständlich, heute sieht man solche Strukturen immer seltener. Der steigende Bedarf an Brennholz hat dazu geführt, dass vielerorts sogar alte oder heilige Wälder abgeholzt wurden.

Dabei kann ein intakter Wald für ein Dorf einen enormen Mehrwert bieten: Er speichert Feuchtigkeit, verbessert das Mikroklima und wirkt als natürlicher Windschutz, besonders gegen den staubigen Harmattan-Wind. Ein intakter Wald kann zudem helfen, Brände aus der Umgebung abzuschwächen: Durch höhere Feuchtigkeit, geringere Temperaturen und eine andere Vegetationsstruktur breiten sich Feuer deutlich weniger schnell aus als auf trockenen Grasflächen.

Aber der Mehrwert beginnt nicht erst beim fertigen Wald. Schon die Arbeit in der Baumschule und bei den Pflanzungen schafft konkrete Perspektiven. Viele Menschen haben durch das Projekt ein zusätzliches Einkommen, das für sie eine wichtige Absicherung bedeutet.

Ein Großteil der Arbeiten wird gemeinschaftlich organisiert, das stärkt den Zusammenhalt im Dorf. Ein Teil der Einnahmen fließt zudem in eine Gemeindekasse, aus der gemeinsame Projekte finanziert werden. In Sokporkopé geht das sogar so weit, dass die Dorfgemeinschaft einen eigenen Acker bewirtschaftet und daraus zusätzliche Einnahmen generiert.

Jedes Mal, wenn wir vor Ort sind und durch die Flächen in Adamé und Sokporkopé gehen, sind wir beeindruckt, wie sich alles entwickelt. Die Bäume haben sich gut etabliert und wachsen sehr dynamisch.

Das Projekt in Zusammenarbeit mit Ackermann läuft jetzt seit mehr als 5 Jahren. Was hat sich dadurch verändert? Wenn Sie heute durch die Flächen von 2020 gehen – den Beginn unserer Partnerschaft – was sehen Sie dort? Ist es schon ein ‚echter‘ Wald oder noch eine Baustelle der Natur?

Nach rund fünf Jahren ist es natürlich noch zu früh, von einem vollständig ausgebildeten Wald zu sprechen. Aber wir sehen ganz klar: Hier entsteht ein Wald. Die Bestände entwickeln sich stabil weiter, und mit dem tropischen Klima und der intensiven Pflege vor Ort geht das Wachstum erstaunlich schnell voran.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir in einigen Jahren durch einen geschlossenen Wald gehen werden.

Begrüßt die lokale Bevölkerung das Projekt? Welche sozialen Verbesserungen konnten im Rahmen des Firmenwaldes für Ackermann erreicht werden?

Die Ziele für diesen Wald definieren wir bewusst gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Die langfristige Entwicklung sichern wir durch unsere kontinuierliche Präsenz. Mit unserem Projektpartner ecocent Togo haben wir ein sehr zuverlässiges Team vor Ort, das die Flächen regelmäßig betreut und eng mit den Gemeinden zusammenarbeitet.

Wir sehen, dass die Menschen zunehmend ein eigenes Verständnis für den Wert des Waldes entwickeln und dass daraus eine Eigendynamik entsteht, die weit über das ursprüngliche Projekt hinausgeht.

Unsere Hoffnung ist, dass dieses Beispiel auch andere Gemeinden inspiriert, ähnliche Wege zu gehen. 

Unser Verständnis: Klimabeitrag (Contribution)

Wir nutzen den Wald in Togo nicht, um unsere CO₂-Bilanz rechnerisch "neutral" zu rechnen. Die CO₂-Kompensation unserer Produktion erfolgt separat über zertifizierte Projekte. Den Ackermann-Firmenwald verstehen wir als Corporate Contribution – einen zusätzlichen, freiwilligen Klimaschutzbeitrag außerhalb unserer Wertschöpfungskette. Wir unterstützen damit ein Projekt, das wir sehr gezielt ausgewählt haben, durch die langjährige Arbeit von natureOffice genau kennen und dessen Entwicklung uns am Herzen liegt.

* Die zur Umrechnung von NatureOffice zur Verfügung gestellten Berechnungen zur CO2-Bindung sowie zum Verbrauch von Zellstofffasern sind transparent und gehen auf Methoden und Daten der „Good Practice Guidance for Landuse, Land-use change and Forestry“ des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zurück.

Alle Fotos © natureOffice