Der Ackermann-Wald in Togo
Verantwortung, die Wurzeln schlägt
Seit über zehn Jahren produzieren wir unsere Kalender ausschließlich auf Papier aus FSC®-zertifizierten und anderen kontrollierten Quellen (FSC® MIX). Doch wir möchten über den Papiereinkauf hinaus einen aktiven Beitrag leisten. Deshalb unterstützen wir als Partner das PROJECT TOGO von natureOffice.
Baum für Baum
Wir finanzieren bereits seit 2020 die jährliche Pflanzung neuer Setzlinge und deren aufwändige Pflege – damit über die Jahre ein geschlossener Waldbestand entsteht. Die im Rahmen des PROJECT TOGO dafür vorgesehenen Teilflächen bezeichnen wir als Ackermann-Wald. Die Flächen bleiben dabei selbstverständlich in der Verfügung der Gemeinden Adamé und Sokporkopé und stehen nicht in unserem Eigentum.
6
Jahre
8
Hektar
10.245
Bäume
Zum 31. Dezember 2025 umfassten die Flächen in den Gemeinden Adamé und Sokporkopé rund 8 Hektar. Seit 2020 wurden dort insgesamt 10.245 Bäume gepflanzt, davon alleine 1.800 im Jahr 2025. Grundlage sind die Pflanz- und Monitoringberichte von natureOffice. Wir aktualisieren diese Zahlen jährlich im ersten Quartal.
Vielfalt statt Monokultur
In der Baumschule in Aboudjokopé wird gezielt eine große Vielfalt unterschiedlicher Baumarten gezogen. Auf den Ackermann-Flächen kommen sowohl langsam wachsende lokale Arten wie das Afrikanische Mahagoni (Khaya senegalensis) als auch schnell wachsende Arten wie Gmelina arborea und Senna siamea zum Einsatz. Diese Mischung stärkt die Stabilität des Waldes, denn Vielfalt ist der Schlüssel für ein widerstandsfähiges Ökosystem.
Handarbeit statt automatisierter Aufforstung
Waldaufbau in Westafrika ist eine Herausforderung, die weit über das bloße Einsetzen eines Setzlings hinausgeht. Wir unterstützen mit unseren Mitteln die aufwendige Pflege durch das Team von natureOffice vor Ort. Die Setzlinge werden während der Regenzeit (April bis Juni und September bis November) in vorbereitete Erdlöcher gepflanzt, um die Wasserversorgung zu sichern.
Von August bis Oktober werden die Jungbäume mühsam von Hand von Elefantengras und Unkraut befreit, damit sie Raum und Licht für Wachstum haben. Ab November sichern Brandschutzkorridore und Waldwachen das Projekt gegen Buschfeuer in der Trockenzeit.
Sozialer Mehrwert für die Region
Nach Angaben des Projektträgers natureOffice leistet das Gesamtprojekt PROJECT TOGO Beiträge zu 12 der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN, unter anderem zu Bildung, sauberem Wasser und menschenwürdiger Arbeit. Durch unsere Beteiligung an PROJECT TOGO tragen wir dazu bei, dass in der Region Adamé und Sokporkopé Perspektiven entstehen.
Im Jahr 2025 waren nach Angaben von natureOffice rund 40 Personen auf den von Ackermann finanzierten Flächen beschäftigt – in der Baumschule, bei den Pflanzungen und in der Pflege. Dieses Zusatzeinkommen fließt in die lokale Gemeinschaft – für Schulgebühren, medizinische Versorgung und soziale Sicherheit.
Über die direkt von Ackermann finanzierten Aufgaben im Bereich Pflanzung und Pflege hinaus profitiert die Bevölkerung von den begleitenden Maßnahmen des Gesamtprojekts, wie dem Zugang zu sauberem Trinkwasser aus Brunnen oder rauchfreien Öfen. Hier einige Eindrücke aus dem PROJECT TOGO, die jenseits des Ackermann-Walds entstanden sind:
Projektleiter Tobias Liemersdorf im Interview
Sie sagen, Sie würden sich freuen, wenn in den nächsten Jahren noch mehr Bäume gepflanzt werden. Welche Vorteile hätte das konkret für diese Region, welche Ziele und Pläne haben Sie für den Wald und die Bevölkerung?
„Wir freuen uns, wenn in den nächsten Jahren noch mehr Bäume gepflanzt werden können.“ Das sind natürlich auch unsere Worte, aber vor allem sind es die Worte der Menschen aus Sokporkopé und Adamé.
In Sokporkopé ist das Projekt komplett aus dem Dorf heraus entstanden. Die Menschen sind auf uns zugekommen und haben gesagt: „Wir haben leere Flächen rund um unser Dorf und möchten daraus wieder einen geschlossenen Wald machen. Könnt ihr uns dabei helfen?“
Wir haben „Ja“ gesagt, und gemeinsam mit der Unterstützung von Ackermann ist daraus der Ackermann-Wald entstanden.
Für uns ist das Entscheidende: Die Menschen vor Ort stehen geschlossen hinter der Idee, diesen Wald aufzubauen. Wenn sie den Wald in der Trockenzeit aktiv vor Feuern schützen und gleichzeitig verstehen, dass nachhaltige Nutzung auch bedeutet, bei der Entnahme einzelner Bäume eigenständig mehrere neue Bäume nachzupflanzen und diese langfristig zu pflegen, dann haben wir unser Ziel erreicht.
Natürlich ist es noch ein Weg, bis wir sagen können, dass alles so ist, wie wir es uns langfristig vorstellen. Aber die Motivation und das Engagement in den Dörfern geben uns große Zuversicht, dass wir diesen Weg gemeinsam erfolgreich gehen werden.
Der Wald hat für die Menschen in Sokporkopé eine ganz besondere Bedeutung. Er umgibt das Dorf wie ein schützender Ring. Früher war das in vielen Regionen Togos selbstverständlich, heute sieht man solche Strukturen immer seltener. Der steigende Bedarf an Brennholz hat dazu geführt, dass vielerorts sogar alte oder heilige Wälder abgeholzt wurden.
Dabei kann ein intakter Wald für ein Dorf einen enormen Mehrwert bieten: Er speichert Feuchtigkeit, verbessert das Mikroklima und wirkt als natürlicher Windschutz, besonders gegen den staubigen Harmattan-Wind. Ein intakter Wald kann zudem helfen, Brände aus der Umgebung abzuschwächen: Durch höhere Feuchtigkeit, geringere Temperaturen und eine andere Vegetationsstruktur breiten sich Feuer deutlich weniger schnell aus als auf trockenen Grasflächen.
Aber der Mehrwert beginnt nicht erst beim fertigen Wald. Schon die Arbeit in der Baumschule und bei den Pflanzungen schafft konkrete Perspektiven. Viele Menschen haben durch das Projekt ein zusätzliches Einkommen, das für sie eine wichtige Absicherung bedeutet.
Ein Großteil der Arbeiten wird gemeinschaftlich organisiert, das stärkt den Zusammenhalt im Dorf. Ein Teil der Einnahmen fließt zudem in eine Gemeindekasse, aus der gemeinsame Projekte finanziert werden. In Sokporkopé geht das sogar so weit, dass die Dorfgemeinschaft einen eigenen Acker bewirtschaftet und daraus zusätzliche Einnahmen generiert.
Jedes Mal, wenn wir vor Ort sind und durch die Flächen in Adamé und Sokporkopé gehen, sind wir beeindruckt, wie sich alles entwickelt. Die Bäume haben sich gut etabliert und wachsen sehr dynamisch.
Das Projekt in Zusammenarbeit mit Ackermann läuft jetzt seit mehr als 5 Jahren. Was hat sich dadurch verändert? Wenn Sie heute durch die Flächen von 2020 gehen – den Beginn unserer Partnerschaft – was sehen Sie dort? Ist es schon ein ‚echter‘ Wald oder noch eine Baustelle der Natur?
Nach rund fünf Jahren ist es natürlich noch zu früh, von einem vollständig ausgebildeten Wald zu sprechen. Aber wir sehen ganz klar: Hier entsteht ein Wald. Die Bestände entwickeln sich stabil weiter, und mit dem tropischen Klima und der intensiven Pflege vor Ort geht das Wachstum erstaunlich schnell voran.
Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir in einigen Jahren durch einen geschlossenen Wald gehen werden.
Begrüßt die lokale Bevölkerung das Projekt? Welche sozialen Verbesserungen konnten im Rahmen des „Ackermann-Walds“ erreicht werden?
Die Ziele für diesen Wald definieren wir bewusst gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Die langfristige Entwicklung sichern wir durch unsere kontinuierliche Präsenz. Mit unserem Projektpartner ecocent Togo haben wir ein sehr zuverlässiges Team vor Ort, das die Flächen regelmäßig betreut und eng mit den Gemeinden zusammenarbeitet.
Wir sehen, dass die Menschen zunehmend ein eigenes Verständnis für den Wert des Waldes entwickeln und dass daraus eine Eigendynamik entsteht, die weit über das ursprüngliche Projekt hinausgeht.
Unsere Hoffnung ist, dass dieses Beispiel auch andere Gemeinden inspiriert, ähnliche Wege zu gehen.
Die Aussagen sind die persönliche Einschätzung des Projektleiters auf Basis der regelmäßigen Begehungen vor Ort; sie beruhen nicht auf einer forstlichen Bestandsaufnahme.
Unser Selbstverständnis
Die Ackermann-Flächen sind ein freiwilliger, zusätzlicher Beitrag außerhalb unserer Wertschöpfungskette (Corporate Contribution). Das heißt: Wir rechnen die Pflanzungen nicht gegen unseren eigenen Papierverbrauch oder unsere Emissionen auf, wir verwenden keine CO₂-Zertifikate aus dem Projekt und leiten daraus keine Aussagen wie „klimaneutral“ oder „CO₂-kompensiert“ ab. Eigene Emissionen reduzieren wir getrennt davon in Produktion und Logistik.
Pflanzbestätigungen von natureOffice für die Jahre 2021 bis 2024 und für 2025. Es handelt sich um Nachweise des Projektträgers über die finanzierten Pflanzungen – nicht um ein Nachhaltigkeitssiegel und nicht um eine Bestätigung von CO₂-Kompensation.